13 einfache Tipps, um eine Winterdepression zu überstehen

13 einfache Tipps, um eine Winterdepression zu überstehen

ACTforLIFE Depression 12 Comments

Die Chancen stehen gut, dass Du jetzt gerade mit Energielosigkeit, Lustlosigkeit und mieser Stimmung zu kämpfen hast. Es ist Winter. Zeit für eine ausgewachsene Winterdepression. Die Tage sind kurz, die Dunkelheit ist lang und irgendwie fehlt der Antrieb. Du kannst diesen Trend umkehren. Du musst nicht auf den Frühling warten, um wieder mehr Energie zu haben. Ich zeige Dir, wie Du die Winterdepression und eine miese Stimmung angehen kannst.

13 einfache Tipps, um eine Winterdepression zu überstehen

13 Tipps für eine schöneren Winter

Ich habe selber jahrelang unter der Winterdepression gelitten. Meine Welt ist im Winter so klein zusammengeschrumpft. Ich habe mich zurückgezogen, war gereizt und schlecht gelaunt. Die letzten Jahre habe ich andere Wege ausprobiert. Diese neuen Wege haben mir zu einem Leben verholfen, was ich mir immer gewünscht habe. Ich gehe den Großteil der Tage positiv gestimmt durch den Tag. Ich sehe viel mehr positive Aspekte am Winter, bin auch manchmal froh darüber und halte es inzwischen ganz gut mit Albert Camus:

„Im tiefsten Winter entdeckte ich den unbesiegbaren Sommer in mir”

Ich habe auch Tage an denen ich mich hundeelend fühle. An denen ich nichts oder kaum etwas positives erlebe. Das ist normal. Ich kämpfe nicht dagegen an. Der Tag wird vorüber gehen. Ich konzentriere mich darauf nicht zu viel Mist zu machen. Und morgen wieder aufzustehen, mich anzuziehen und mich zu zeigen.

Die Winterdepression findet dich

Ich kann sagen, dass diese elenden Tage im Winter über die Jahre immer weniger geworden sind und das ist ein schönes Gefühl. Ich hatte ja teilweise schon Angst vor dem Winter. Ich habe deshalb ein Wintersemester in Südspanien studiert, um meiner Depression zu entkommen… Was soll ich sagen: Die Winterdepression findet ihren Weg auch nach Südspanien 😉
Ich konnte trotzdem viel von dort mitnehmen. Ich war trotz meiner Niedergeschlagenheit viel aktiver als sonst. Das war ein guter Anfang.

Was ist eine Winterdepression?

Eine Winterdepression ist eine besondere Form der Depression, bei der in Folge der der verringerten Sonneneinstrahlung es zu einer verringerten Aktivität des Menschen kommt. Aktivität, Stimmung und das Gleichgewicht der Neurotransmitter im Gehirn sind miteinander verwoben. Gerät eines der System aus dem Gleichgewicht hat das Auswirkungen auf die anderen. Wenn unsere Stimmung absinkt, verringert sich unsere Aktivität und unser chemisches Gleichgewicht im Gehirn verschiebt sich. Im Winter verringert sich die Ausschüttung von Serotonin im Gehirn? Daraufhin verringern sich Stimmung und Aktivität. Wir kuscheln uns lieber zu Hause ein statt rauszugehen. Wir machen lieber vor dem Fernseher statt Freunde zu treffen.

Wer bereits Probleme mit Stimmung und Aktivität hat, der bekommt im Winter noch mehr Probleme.

Woran erkenne ich, dass ich eine Winterdepression habe?

Am Ende steht der „Winterblues“, der sich wie die übliche Depression u.a. in einem dauerhaften Stimmungstief, Lustlosigkeit, Selbstwertproblemen und Schlafstörung äußert. Letztlich kann es bis zur totalen Hoffnungslosigkeit kommen, dass es nie wieder besser wird. Spezifisch für die Winterdepression ist der erhöhte Schlafbedarf und eine Appetitzunahme. Wichtig an diesem Verhalten ist, dass es früher (als wir noch in Höhlen lebten) wahrscheinlich recht hilfreich war so auf Dunkelheit und Kälte zu reagieren. Schonung, Rückzug vor der Kälte und Gewichtszunahme waren wichtig, um über den Winter zu kommen. Viele andere Tierarten machen es uns vor mit dem „Winterschlaf“. Unsere moderne Welt erlaubt uns diesen Lebensstil nicht. Es wird erwartet aktiv zu sein, egal welche Jahreszeit wir haben. Wie also mit der Winterdepression leben?

Wie kann ich von der Winterdepression wegkommen?

Diese zwei Ideen können hilfreich sein, um zu starten: 1. Umarme Deine bedrückte Stimmung. Bedanke Dich bei ihr. und 2. Entscheide Dich in Zukunft glücklich zu sein.

Ich weiß. Das ist widersprüchlich. Das ist unlogisch. Aber wer sagt eigentlich, dass die Lösung Deiner Probleme logisch sein muss? Dein Verstand? Deine innere Stimme?

Mir fällt da immer wieder ein Zitat von Albert Einstein ein:

„Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“

Um Dinge zu verändern ist es notwendig zuerst den Zustand anzuerkennen. Sich ihm zuzuwenden. Aufzuhören dagegen anzukämpfen. Und im nächsten Schritt kannst Du auf die Veränderung zugehen.

Also los geht’s:

13 einfache Tricks, um gegen die Winterdepression anzugehen:

  • Prioritäten setzen: In der dunklen Jahreszeit ist es wichtig trotz der Wetterbedingungen täglich rauszugehen. Mach es zu Deiner obersten Priorität so viel wie möglich draußen zu sein und in Bewegung zu sein. Geh extra Wege. Statt den Fahrstuhl zu nehmen, die Treppe benutzen. Nicht die kürzeste Verbindung nehmen sondern einen Umweg. Statt mit dem Rad zu fahren, gehen. Statt Auto zu fahren, das Rad nehmen… Welche Prioritäten willst Du setzen?
  • Spazieren gehen: Frischluft tut gut. Ich habe meinen Tag so eingerichtet, dass ich jeden Tag eine Stunde spazieren gehe. Ich fühle mich frischer, bin munterer und aktiver. Am Wochenende ist natürlich die beste Gelegenheit.
  • 1x pro Woche Sport machen (Schwimmen, Walken, Joggen, Radfahren,…) Es ist wichtig für den Kreislauf und den Stoffwechsel, dass er einmal die Woche in Wallung gerät. Das heißt 30 min Ausdauersport, bei dem Du etwas außer Puste bist. Das hilft auch unserem Gehirn aktiv zu bleiben. Nicht übertreiben.
  • einen Schrittzähler nutzen: Die Rückmeldung und Fokussierung auf die Schritte jeden Tag weckt schon ein Bewusstsein für Bewegung. Wichtig: Nicht unter Druck setzen lassen, sondern die Erfolge feiern! Das Leben ist kein Wettbewerb 🙂
  • Ein guter Start in den Tag: Fang einen Tag damit an 3 Dinge aufzuschreiben, für die Du dankbar bist und was an diesem Tage wichtig für Dich ist. Worauf Dein Fokus liegen soll. Dabei am besten eindeutiges Verhalten benennen: 10 Min. Spazieren gehen, oder meine Freundin anrufen. Nicht so hilfreich sind eher allgemeine Aussagen wie: Gegen Winterdepression ankämpfen oder gut drauf sein. Klare Handlungen sind leichter umzusetzen.
  • Ein guter Abendausklang: Schlaf ist so wichtig für unser psychisches Gleichgewicht. Geh rechtzeitig ins Bett und bereite schon den nächsten Morgen vor. Leg Deine Sachen hin. Stell schon mal deine Lieblingstasse für den Kaffee hin und leg Dein Tagebuch bereit. So fällt das Aufstehen auch leichter. Der Tag beginnt einfach.
  • In die Natur gehen: Auch in dieser Jahreszeit hat die Natur so viel schönes zu bieten. Der Wald ist voller Energie. Die Bäume sind geduldig und warten auf die ersten warmen Tage.
  • Nicht gegen den Winter ankämpfen! Viele Menschen sagen, dass der Winter nicht schön sei. So kalt, so nass. Gerade auch hier im Norden liegt nicht mehr so oft Schnee wie früher. Versuche jeden Tag eine Sache zu finden, die heute schön ist. Der Sonnenuntergang? Das Funkeln der Sterne? Die verwunschen aussehenden Bäume? Halte die Augen und auch die Ohren offen!
  • Lade deine 3 besten Freunde zu einem Koch- oder Spieleabend ein. Soziale Interaktion ist sehr hilfreich im Umgang mit Winterdepression. Wir Menschen brauchen den Kontakt. Gerade, in einer Jahreszeit, wo wir die Tendenz haben uns zurückzuziehen.
  • Der Winter erinnert uns daran, wie schön der Sommer ist. Ohne den Winter wüssten wir gar nicht, welche Freuden uns noch in diesem Jahr erwarten. Die wärmenden Sonnenstrahlen, die frische Brise, die über die Haut streicht. Der Winter lehrt uns still zu stehen und inne zu halten, auf das Neues entstehen und blühen kann!
  • Nimm schwierige Tage gelassen hin: Natürlich gibt es Tage an denen Du schlecht drauf bist. Das ist völlig normal. Auch wenn Du alles machst, was ich vorschlage wird es Tage geben, an denen Du dich hundeelend fühlen wirst. Sei freundlich mit dir. Manchmal gibt es Tage an denen das wichtigste ist keinen Mist zu machen. Überleben. Geh früh ins Bett und beginne morgen einen neuen Tag.
  • Mein Lieblingstipp: Sich erlauben richtig schön abzuhängen. Nichts machen. Einfach rumliegen, entspannen. Fällt mir sehr schwer. Ist aber sehr erholsam 🙂
  • Dein Tipp! Was machst Du, um über den Winter zu kommen?

Dies sind alles kleine Änderungen, die einfach und sofort umsetzbar sind. Auch wenn es kleine Änderungen sind können Sie große Auswirkungen haben. Kleine Verhaltensänderungen haben die Tendenz sich auszubreiten. Ähnlich wie bei der Aufwärtsspirale.

Ich hoffe, da war etwas hilfreiches für Dich dabei. Was sind deine Geheimnisse, um gut durch den Winter zu kommen? Was hat dich weiter gebracht? Ich würde mich freuen, von Dir zu lernen.

 

Kommentare 12

  1. Hallo, ich lese psychoblogs (… 😉 und lerne mich selbst annehmen, an mich selber denken, mir Zeit einräumen mich selbst zu finden… da ich mich sonst leicht von außenerwartungen zerreißen lasse. und als zerfetzter Mensch ist man für alle anderen unbrauchbar und kommt sehr schwer voran. Fühlt sich gut an mal einen abend (oder zwei..) zu meinen sonstigen Erwartungen: NEIN zu sagen. Still zu werden und mir selber zuhören zu dürfen 😉

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      Danke, für diesen schönen Kommentar. Ich finde die Idee schön zur Stille zu kommen. Dabei weniger zu reden und mehr sich selber zu hören. Sich selber einen Raum geben.

      Und Psychoblogs sind eine schöne Abendlektüre. Welche liest Du am liebsten?

      Alles Gute
      Sandro

  2. Was ich dazu ergänzen möchte, ist nicht unbedingt ausschließlich auf den Winter zu beziehen, als viel mehr auf das ganze Jahr. Ich möchte gar meinen, auf das ganze Leben.

    In meiner Jugend habe ich einfach eine Entscheidung getroffen: Ich habe mich dazu entschieden, gut drauf zu sein. Fortan möge ich als glücklicher Mensch durchs Leben gehen.

    Schon damals schnappte ich irgendwo das Wort “Autosuggestion” auf. “Sich selbst beeinflussen.” Das klang für mich unglaublich spannend. Ich fand das schlicht faszinierend. Ich habe es schließlich sogar für voll genommen und musste es unbedingt testen.
    So kam es, dass ich erst hin und wieder, dann immer öfter ausprobiert habe, mir selbst einzureden, ich sei aus gutem Grund zufrieden und eine entsprechende Fröhlichkeit sei angebracht. Das hat im Einzelfall tatsächlich geklappt. Vielleicht nicht jedes Mal, aber zunehmend öfter.

    Ich handelte schlicht so, als hätte ich eine Dauer-gute-Laune. Ich versuchte, über Dinge hinwegzusehen, die gerade nicht in meinem Sinne waren. Selbst dann, wenn ich nicht so richtig gut gelaunt war. Hier ein Beispiel:

    Ich war schon immer (und bin es auch noch heute) ein kleiner Morgenmuffel. Ich schaffe es nicht, aufzustehen und sogleich mit strahlenden Augen in den Tag zu starten. Ich brauche einfach etwas Zeit, um meinen Geist und meinen Körper zu aktivieren.
    Damals zu Schulzeiten (tjaja, damals…) war es erst recht nicht anders. Als Jugendlicher ist doch Schlaf ohnehin etwas Heiliges und dann muss man auch noch in diese nervige Schule am frühen Morgen, wie ätzend! Wie soll man da zu Kraft und Aktivität finden?
    Erst als ich immer den Klassenraum betrat, konnte ich der Trägheit und Müdigkeit trotzen. Es kostete in der Tat nicht wenig Kraft und auch etwas Überwindung, aber man muss es einfach mal durchgezogen haben. Und zwar habe ich Folgendes gemacht. Ich betrat den Raum, blickte in die ebenfalls von Müdigkeit erfüllten Gesichter meiner Mitschüler und erhob dann meine Stimme zu einem kräftigen und lauten “GUTEN MORGEN!”
    Es war unüberhörbar. Für die anderen sowieso und auch ein Stück für mich selbst. Es war, als hätte ich sie und mich gleichermaßen wachgerüttelt.

    Ich habe das dann auch mehrmals gemacht. Gewiss nicht jeden Tag, aber durchaus hin und wieder. Mein Antrieb war dabei allerdings gar nicht mal unbedingt, mich selbst wach zu machen, sondern eigentlich nur, die anderen zu ärgern, die noch so schön verschlafen waren und in Vorbereitung auf den Unterricht noch etwas dösen wollten. Allein dafür hat es sich gelohnt. — Ein kleiner fieser Sack sein und die anderen ärgern, ohne ihnen jedoch wirklich zu schaden. Mein morgentlicher Gruß versetzte stets die meisten in einen kurzen Schrecken, vor Allem dann, wenn man direkt zum Eintreten in den Klassenraum losbrüllt, noch beim Um-die-Ecke-Biegen in die Tür und ohne noch lange zu schauen, wer überhaupt schon drin sitzt. Einfach rein und los geht’s.

    Einfach machen!

    Netter Nebeneffekt dieser ganzen “Ich-ärgere-meine-Mitschüler”-Nummer: Laut zu werden, kostet Kraft. Und schwupps – Man aktiviert sich selbst. Zwangsläufig. Sonst könnte man das nicht machen.
    Die Konsequenz: Der Schrecken der anderen ist der eigene Spaß. Allein davon bekommt man gute Laune. Und so macht man sich selbst zu einer Art Gute-Laune-Maschine auf Knopfdruck.

    Ich gebe zu, man muss schon echt den inneren Schweinehund überwinden, um sowas zu machen, aber es lohnt sich. Und mit dem dauerhaft inneren Glücksgefühl klappt es auch, wenn man es wiederholt. Autosuggestion funktioniert nur durch Wiederholung. Nicht 1x, nicht 2x, nicht 50x… So oft es einfach nur geht! Immer und immer wieder.

    Das trug Früchte. Und seit jeher meine ich, ein glücklicher Mensch zu sein. In beinahe allen Lebenslagen. Auch im Winter. Wenngleich das meine absolute Hass-Jahreszeit ist… Ich freue mich in der Regel schon ab August auf den Sommer im nächsten Jahr. 😉

    Also nochmal: Einfach machen! Das wird schon. Tschakka, du schaffst es! Auch wenn du glaubst, dir geht es schlecht, dann rede dir trotzdem (oder besser: gerade deswegen) ein, dir gehe es gut.
    Und klar, natürlich geht es dir wirklich gut. Du hast ein Dach über dem Kopf, regelmäßig Essen, ein warmes Bett, sogar Luxusgüter kannst du dein Eigen nennen. Wie viele Menschen in der Welt können behaupten, so viel Glück zu haben wie du?

    Einfach machen! Sei glücklich. Niemand hindert dich daran, außer dir selbst.

    Selbst bekannte Sportschuhhersteller propagieren solch ein Motto: “Just do it!”
    Sicher, das ist nicht leicht. Niemand erwartet das. Aber von nix kommt eben nix.

    Mein Tipp Nr. 14 also für diese Liste:
    Beginne, an Autosuggestion zu glauben. Sie ist nur so stark wie dein Glaube an sie. Also glaube stark. Sei vor Allem gut gelaunt. Trotze deinem Gram. Sei lustig. Hab Spaß an spaßigen Dingen. Hab Spaß an blöden Dingen. Sieh in Allem Positives. Deine Freundin nervt dich? Kein Problem, verstehe ihre vermeintliche Macke nicht als Quell deiner schlechten Laune, sondern als etwas, was sie erst so besonders für dich macht, wie ein Grübchen oder ein Schönheitsfleck. Sie die Welt mit fröhlichen Augen. Wettere nicht über das Wetter. Freue dich über deinen Regenschirm, wenn es regnet. Freue dich über das Knacken unter deinen Füßen, wenn die Pfütze vor Kälte friert.
    Kurzum: Handle, als seist du glücklich – egal, ob du’s bist oder nicht. Das echte Glück kommt dann später von ganz allein.

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      Hey Arvid,

      Danke, danke für diesen schönen und offenen Kommentar. Ich habe Dein lautes: “GUTEN MORGEN” noch immer in den Ohren. Ja dieses Grinsen und diese Energie ist ansteckend… Das ist eine der Gründe, warum ich Deine Anwesenheit so schätze. Das was Du schreibst ist tatsächlich Realität. Ich kann mich in all den Jahren (Und wir kennen uns seit ca. 30 Jahren) an nur ganz wenige Situationen erinnern, an denen das nicht der Fall war. Du hast immer eine positive Grundstimmung. Das hat mich sehr inspiriert und ich habe das weiter getragen zu den Menschen, die ich kennengelernt habe.

      Ich finde toll, dass Du sagst dass glücklich sein eine Entscheidung ist. So empfinde ich das auch. Ich fand den Weg und diese Idee über viele Umwege. Aber ich kann sagen, diese Idee hat mein Leben verändert. Ich bin seitdem dankbar für all die schönen und nicht so schönen Dinge des Lebens. Zumindest übe ich es. So oft ich kann 🙂

      Eine kleine Einschränkung würde ich geben. Nicht jeder kann so einen “Sprung” erreichen. Für manche Menschen ist das was Du schreibst ein sprichwörtlicher Sprung vom Hochhaus… Ziemlich tödlich. Manchmal ist es gut mit kleineren “Sprüngen” zu beginnen. Für mich ist es schon eine Überwindung jemanden bewusst anzulächeln. Hättest Du da einen Tipp?

      Bei “Just do it” fällt mir ein, dass dieses Motto eher als “only do it” zu verstehen ist (zumindest laut Seth Godin). Also das wichtige ist es zu TUN. Alles was hier geschrieben steht ist völlig irrelevant, wenn es nicht dazu führt, dass Du irgendwas davon ausprobierst. Los gehst, etwas machst, auf die Fresse fliegst, wieder aufstehst und weitermachst. Jeden Tag, so oft Du kannst.

      Danke nochmal für den Tipp Nr. 14 🙂 Und danke für all die Energie in den gemeinsamen Jahren.

      Alles Gute
      Sandro

      1. Das stimmt. Man sollte nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen, sondern erstmal kurz an der Türklinke rütteln, ehe man eintritt. Oder um es mit deinen Worten zu sagen: Der Sprung vom Hochhaus sollte vermieden werden, stattdessen sollte man vielleicht erst einmal auf die Parkbank steigen und von dort aus das Hüpfen üben.

        Jeder Schritt, sei er noch so klein, ist ein Schritt. Und jeder Schritt bringt einen voran.
        Ein Lächeln für Fremde ist in der Tat ein guter Anfang.

        Ich bin zum Beispiel super gerne freundlich zu den KassiererInnen in Supermärkten. Die haben immer einen sehr stressigen Job und sie haben immer mit maulenden Kunden zu tun: “Boahr, wie lang die Schlange wieder ist, macht doch ‘ne neue Kasse auf!” … “Im Prospekt steht aber 1,99 € statt 2,29 €.” … “Wieso ist mein Lieblingspudding seit Wochen nicht mehr erhältlich?” … Alle nur am Meckern.
        Die KassiererInnen haben es besonders verdient, dass man ihnen freundlich begegnet. Für nette Sprüche sind meiner Erfahrung nach fast alle zu haben. Das schürt gute Laune. Und dafür erinnern sie sich an dich. Der nächste Einkauf wird garantiert noch entspannter, das garantiere ich.

        Aber nicht nur Fremden gegenüber sollte man freundlich sein. Auch Freunde und Familie verdienen deine gute Laune.
        Begrüßt eure Eltern mal nicht mit “Hallo Mama” oder gar nur mit einem “Na du”, sondern zur Abwechslung mal mit einem “Hey Lieblings-Mutti” oder lass scherzeshalber auch mal ein “Verehrter Herr Vater, ich grüße dich” hören.
        Alles, was ungewöhnlich ist, aber von Herzen kommt, ist erlaubt. Man hat dabei nichts zu verlieren. Im schlimmsten Falle belächeln einen die Eltern nur.
        Und eigentlich ist es ja genau das, was man erreichen will: Andere zum Lächeln bringen. Denn das kommt wie ein Boomerang unweigerlich zurück. Und zwar immer. Am Ende lächelt man selbst auch und alles ist schick.

        Deine Frage, ob ich einen Tipp hätte, wie man sich überwinden und jemanden bewusst anlächeln kann, hast du bereits selbst beantwortet. – Man muss es machen. Das TUN ist hier der entscheidende Punkt.

        Es ist schnell gesagt: “Einfach machen.” Aber es in die Tat umzusetzen, ist für mancheinen mitunter sehr schwierig. Das verstehe ich.
        Jedoch, das kann ich versichern, ist es nur so lange schwierig, bis man es endlich hinter sich gebracht hat. Das kann einem niemand abnehmen. Diese Hürde MUSS man selbst überwinden. Im Nachhinein wird man aber feststellen, dass es doch echt einfach war. Irgendwie…

        Vielleicht ein letzter Tipp dazu: Mach’s nicht allein. Geh mit einem guten Freund einkaufen, bevor du der Kassiererin zuzwinkerst oder dergleichen. Die Unterstützung einer weiteren Person, gute Freunde sind hier sehr hilfreich, reduziert gedankliche Hürden, nimmt Hemmschwellen.

        Und nach wie vor der schon genannte Tipp schlechthin: Wiederholung. Bei genügend Wiederholung kommt man irgendwann beinahe in eine Routine mit seiner guten Laune und seinem teils frechen, aber irgendwie auch lieben, charmanten Mundwerk. Ehe man sich versieht, flirtet man bereits mit der netten Dame am Kinoschalter. Ganz ohne Hintergedanken, versteht sich. Einfach nur so, weil’s geht. Und weil’s Spaß macht.

        Ist der Spaß erstmal bei einem angekommen, ist das innere Glück nicht mehr weit. 🙂

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          Vielen Dank für deine begeisternden Worte. Ich kann vieles aufgreifen. Vor allem der Punkt mit der Wiederholung. Unser Gehirn ist auf Wiederholung programmiert. Durch Wiederholung automatisieren wir Prozesse, für die wir sonst viel Energie aufbringen müssen…

          Hab mich in den letzten Tagen mehrfach dabei erwischt der Kassiererin ein Lächeln und etwas Freundlichkeit entgegenzubringen. Hat funktioniert 🙂

          Danke nochmal für die erfrischenden Kommentare 🙂

  3. Hi ich kenne nur diesen hier und mymonk (da lese ich nicht alles kommt zu viel). muss das auch dosieren damit nicht ausufert/Selbstzweck wird. Brauche zur Theorie immer die Stille oder Achtsamkeit (Praktisches wie Haushalt, aktuelle Todos etc) als Gegengewicht. Manchmal gibt’s so Phasen, da tut es gut mal anzuhalten und Anregungen dieser Art zu lesen …

  4. “Medienfasten” ist auch ein wichtiges Element. Es belastet mich mit dem Elend der Welt an dem ich nichts ändern kann zugeschüttet zu werden. Das raubt mir Kraft für meinen Alltag und meine eigentlichen Aufgaben. Da ich “informationsaffin” bin muss ich aufpassen das zu reduzieren. Habe signifikanten Effekt des Radiosenders (HR-Info-von Dramamusik begleitete NAchrichten; vs “Hausfrauensender” wars HR1?) auf meine Stimmung festgestellt. Ich genieße ne gute Diskussion im DLF zu verfolgen aber ich muss mich dann bewusst erinnern wieder abzuschalten oder auf gute Musik umzustellen ..;) Wenn ich was von der Welt lernen will gucke ich nicht immer Tagesschau und habe einige konstruktive Kanäle ausfindig gemacht.. ist ja auch abhängig von den Interessen

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      Liebe Josi,

      Vielen Dank für deine Kommentare. Ich finde sie sehr zum nachdenken anregend. Medienfasten finde ich auch eine gute Idee. Das ewige Hören schlechter Nachrichten verbessert meine Laune selten. Ich habe früher viel Deutschlandradio gehört. Aber so richtig bringt mich das auch nicht weiter. Ich find das erhöht fast nur negative Energie. Ich konzentrier mich inzwischen viel lieber auf Blogs und Bücher, die von positiven Dingen schreiben. Nicht als Vermeidung sondern als Weg.

      Danke nochmals
      alles Gute
      Sandro

      1. Danke euch für die 14 ermuternden Tipps im Winter die “inneren Sonnen” bei Laune zu halten! Die sind es, die in dieser Jahreszeit zählen!

  5. Hallo ihr Lieben,

    Wunderbare Tipps… Raus gehen sooo wichtig !!! Sich dann aufs warme zu Hause freuen, vielleicht ein Bad nehmen, schön Kerzen anmachen, Tee trinken . Ich liebe diese Jahreszeit. Wer die Möglichkeit hat sich selbst noch mit Energie zu versorgen, oder Energie geschickt zu bekommen von einer guten Freundin/Freund das wäre natürlich die ideale Ausgleich.

    Herzlichst ❤️Elke❤️

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