Selbstmitgefühl

Vom Weg des Selbstmitgefühls

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Selbstmitgefühl, also liebevoll zu sich selber sein ist eine große Kraftquelle. Wir können diese Kraftquelle mit ein paar einfachen Verhaltensweisen anzapfen. Ich zeige euch ein paar kleine Übungen, die mir geholfen haben.

Selbstmitgefühl

Sich selbst ein guter Freund sein  (shutterstock: Olga Danylenko)

Der Kritiker und das Selbstmitgefühl

Mein größter Kritiker war und bin immernoch. Das kann in manchen Situationen recht hilfreich sein, aber über die Dauer zermürbte es mich und hat mich vor schwierigen Situationen in meinem Leben zurückschrecken lassen. In der letzten Zeit habe ich angefangen ein paar kleine Übungen zu machen, die mir geholfen haben sanfter und liebevoller mit mir umzugehen. Ich habe entdeckt, dass es da einen kleinen Jungen gibt, der ganz traurig und ängstlich ist. Der kleine Junge braucht manchmal Zuwendung, wenn es ihm nicht gut geht. Statt mich schlecht zu machen, umarme ich mich innerlich. Das macht inzwischen vieles ruhiger und angenehmer in meinem Leben!

Vom Wert des Selbstmitgefühls

Wer liebevoll mit sich umgeht, verzeiht sich die eigenen Fehler und hat den Blick frei für das, was wichtig ist: Zu LEBEN! mit diesen Fehlern, Unzulänglichkeiten und Misserfolgen.
Aber wie mach ich das? Wie kann ich „Selbstmitgefühl“ entwickeln? Hier ein paar Ideen:

1. Bemerke, dass Du dich selber abwertest

Oft, wenn wir uns selber abwerten schämen wir uns für das, was wir getan haben. Das sind so Sätze wie: „Das hast Du ja wieder toll gemacht. Das bekommst Du nie hin!“ usw. Oft ähneln diese Abwertungen, den ausgesprochenen (oder nicht ausgesprochenen) Bewertungen unserer Bezugspersonen. Diese Sätze erzeugen das Gefühl der Scham und führen dazu, dass wir uns zurückziehen. Wir nehmen nicht mehr am Leben teil. Diese Scham kann sich so anfühlen, wie wir uns als Kinder gefühlt haben. Bemerke dies. Sei achtsam mit dir. Nimm es wahr und lehn dich ein wenig hinein.

2. Den inneren Figuren einen Namen geben

Oft sitzen da zwei Figuren in uns, die folgende Rollen haben: Den „Kritiker“ der versucht uns vor schwierigen Situationen in Leben zu bewahren und uns auf Fehler hinweist, die es gilt beim nächsten Mal zu unterlassen. Der „Kritiker“ ist nicht schlecht oder gemein. Im Gegenteil er kann sehr hilfreich sein. Oftmals ist der Kritiker ein Elternteil (oder beide). Und es gibt ein „inneres Kind“ also eine Figur, die eher unsere kindlichen Reaktionen beinhaltet. Das „innere Kind“ ist verletzlich und benötigt Unterstützung auf seinem Weg. Beide Teile und vielleicht noch andere Figuren sind Teile unserer Geschichte und es ist wichtig sie alle auf dem Weg durch das Leben mitzunehmen! Versuche dir beide Figuren vorzustellen, wie sie in einen inneren Dialog eintreten

3. Baue eine liebevolle Beziehung zu dir auf

Es ist einfach freundlich mit sich umzugehen, wenn es einem gut geht. Es ist umso schwerer je mieser Du dich fühlst. Ein Schritt in Richtung einer liebevollen Beziehung kann es sein, indem Du dir vorstellst, wie Du mit deinem Kind umgehst. Oder wie würdest Du mit deiner besten Freundin oder besten Freund umgehen? Was würdest Du ihr sagen, wenn Sie gerade einen großen Fehler gemacht hat? Versuche dir selber, diese Haltung entgegen zu bringen. Vielleicht würde ihr und dir eine Umarmung helfen, ein paar freundliche Worte…

4. Tu dir heute selber einen Gefallen

Diese Haltung kannst Du auch in deinen Alltag übertragen und daraus eine Gewohnheit machen. Wie kannst Du dir heute dein Leben etwas erleichtern? Wo kannst Du dir selber etwas gutes tun? Ein Tee, ein Nickerchen, ein Spaziergang? Das können Dinge sein, die Du sonst auch tust, aber es ändert etwas, wenn Du es aus „Freundschaft zu Dir“ machst. Probier es aus!

Frage: Wo warst Du heute freundlich mit Dir selbst? Wo bist Du sanft mit deinen Fehlern umgegangen? Schreib mir doch davon in den Kommentaren.

Kommentare 4

  1. Hallo Sandro, vielen Dank für diese wundervollen Zeilen. Ganz besonders, gefallen mir die Worte, der liebevollen Beziehung zu sich selber aufbauen. Ich stelle meinen Kindern immer die Frage: Was würde die Liebe jetzte sagen oder machen? Doch meine kleine Tochter (8 J.) fragt mich dann, was oder wer ist die Liebe? Ich denke, wenn ich ihr beim nächsten Mal rate, mal zu überlegen, was sie in dieser Situation ihrer besten Freundin sagen würde, wird es für sie einfacher 🙂

    1. Hallo Kerstin, Danke für deine schönen Zeilen. 🙂
      Kindern und besonders Jugendlichen fällt es schwer mit sich liebevoll umzugehen. Der kleine Umweg über Freunde ist ein guter Start, um diese Idee zu kultivieren. Ich finde es schön, dass Du mit deiner Tochter über Liebe redest. Ich finde es hilfreich mir vorzustellen, dass ich auch durch mein eigenes Handeln etwas in meiner Tochter auslösen kann (ohne es bewusst zu wollen) Z.b, Sieht sie wenn ich mir Zeit für Sport zu Hause nehme. Inzwischen macht sie auch manchmal mit und wir zwei liegen auf der Matte. Zwei Menschen, die sich Zeit für sich und ihren Körper nehmen. Ganz liebevoll 🙂

  2. Hallo Sandro,
    erst einmal vielen Dank für diese tolle Seite. Ich habe diese gestern zufällig bei Facebook entdeckt und verschlinge gierig das Geschriebene.
    In diesen Text kann ich mich sehr gut hineinversetzen. Eine liebevolle Beziehung zu sich selbst aufbauen. Vielleicht sollte ich meinen Kritiker in mir einfach mal abschalten und meiner anderen, der „guten Seite“, etwas mehr Gehör verschaffen. Ich habe dazu eine Übung gemacht und beiden einmal das Wort erteilt. Ich schloss meine Augen und horchte in mir hinein. Ich gestehe, es war nicht leicht, hier der Diskussionsführer zu sein. Der Kritiker wurde laut. Doch mit viel Überzeugungskraft hat dann doch die „gute Seite“ viele überzeugende Argumente zum Ausdruck gebracht.
    Lächelnd sitze ich jetzt da und schätze mich wieder. Vielen, vielen Dank hierfür. Einen kleinen Spruch möchte ich noch loswerden: „Der Unterschied zwischen leben und existieren liegt im Gebrauch des eigenen Ichs“.
    In diesem Sinne. Alles Gute. Anja.

    1. Liebe Anja,
      Vielen Dank für deinen schönen Beitrag. Ich freue mich gerade sehr, dass der Artikel dir helfen konnte freundlicher mit dir selber umzugehen. Ich habe auch allzu lang nur auf diesen Kritiker gehört und die anderen Seiten nicht beachtet. Und deinen Spruch finde ich sehr toll: Dieses „Ich“, dieser Beobachter ist das konstante und verbindende zwischen uns allen.
      Dir auch alles Gute und ein schönes Wochenende!

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