Traurig sein und trotzdem seinen Weg gehen

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In dir leben all diese Gefühle. Du hast angenehme Gefühle wie Freude oder Stolz. Du hast aber auch Gefühle wie Schmerz und Traurigkeit. Im Gefühl der Traurigkeit steckt eine Botschaft. Sie gilt es zu entdecken und sich dann auf den Weg zu machen. Deine Hände können dir dabei helfen.

 

Mein letzter Besuch

Dieses Jahr sind zwei wichtige Menschen in meinem Leben gestorben. Eine von ihnen war meine Oma. Einer meiner letzten Besuche bei ihr im Krankenhaus war von Freude geprägt. Ich war froh sie zu sehen und ihr ging es recht gut. Meine Freundin und Tochter waren mit dabei und ich erinnere mich noch heute über dieses Leben und ihre Freude in ihren Augen. Sie war so entzückt, von unserem Besuch und wir haben Fotos davon gemacht. Diese Freude in ihren Augen und die Traurigkeit, die ich jetzt und danach dabei erlebe geben mir soviel Kraft und Mut. Meine Oma war ein liebevoller Mensch, die diese Liebe über Hände ausdrückte. Sie streichelte mich als kleiner Junge immer liebevoll über mein Gesicht. Diese Handlung fehlt mir jetzt. Das Gefühl kann ich noch immer spüren.

Das Leben stellt die Fragen

Nach diesem Verlust war ich sehr traurig. Ein Gefühl, was ich seit Jahren begleitet. Nur dieses Mal habe ich zugelassen, dass ich mir eine Frage stelle: Ich habe ich mich gefragt, was das für mich und mein Leben bedeutet. Wie möchte ich mit diesem Gefühl umgehen? Mein Antwort war, dass ich anfange diesen Blog zu schreiben. Mich auf den Weg zu machen, dieses liebevolle Gefühl weiter zu leben, und andere Menschen daran teilhaben zu lassen. Dieser Blog ist entstanden aus einem Verlust und der Hoffnung, dass dieser Verlust etwas in meinem Leben und dem Leben anderer Menschen verändert. Es ist die Hoffnung etwas von diesem liebevollen meiner Oma weiter lebt.

Jemanden zu verlieren ist schmerzaft. Aber Du kannst auch etwas daraus mitnehmen. Ein Gefühl, eine Weisheit, eine Idee von dem was dir in der Beziehung wichtig war. Und du kannst dich auf dem Weg machen, das zu erforschen. Hier ein paar Ideen, die dabei behilflich sein könnten.

1. Sich mit der Traurigkeit vertraut machen

Am Beginn steht die achtsame Begegnung mit dem, was dich traurig macht. Das muss nicht der Tod sein. Es können Menschen sein, die nicht mehr da sind, weggezogen. Es können verpasste Lebenschancen sein, die nicht mehr wieder kommen. Wo in dir steckt dieses Gefühl? In welchem Körperteil? Kannst Du es fühlen?

2. Die Hand herum drehen

Wenn Du dir deine Gefühle als Hände vorstellst und auf die Innenseite schaust, dann entdeckst all die empfindsamen Bestandteile deiner Hände. Die Fingerspitzen, die Haut und auch deine Handlinien. All das erzählt dir, was Du getan und erlebt hast in der Vergangenheit. Dies ist aber nur eine Seite deiner Hand und deine Hand wäre niemals dieses tolle Werkzeug, wenn es nicht noch eine andere Seite, eine andere Perspektive gäbe. Wenn Du deine Hand herum drehst dann entdeckst du deine Fingernägel und vielleicht deine Sehnen und deine Gelenke. Es ist ein anderes Bild deiner Hand. Vielleicht gibt es auch ein anderes Bild deiner Traurigkeit. Vielleicht erzählt dir Traurigkeit auch davon, was dir wichtig ist. Traurig sein kann man nur wegen etwas, was einem wichtig ist. Was ist dir wichtig? Was fehlt? Wovon möchtest Du mehr in deinem Leben spüren oder erleben? Dies ist keine Übung, die intellektuell zu erfassen ist sondern sich nach und nach als Gefühl einstellt.

3. Sich einen Richtstern setzen

Vielleicht möchtest Du dieses liebevolle Gefühl bewahren. Und vielleicht möchtest Du ja liebevoll mit anderen Menschen umgehen. Dieses Gefühl, diese Art mit der Welt in Kontakt zu treten ist dein Richtstern! Dieser Punkt am Horizont ist etwas, dem Du folgen kannst. Eine Art Kompass für dein Leben! Dieser Stern ist immer für dich da. Er hilft dir die richtige Richtung in deinem Leben einzuschlagen. Das schöne daran ist, dass man diesen Weg immer weiter gehen kann ohne, dass sich dieser Weg erschöpft. (Er verändert sich nur von Zeit zu Zeit.) In ACT wird dieser Richtstern „Wert“ genannt.

4. Den ersten Schritt machen

Das Wichtigste bei einer Reise ist der erste Schritt. Was ist der erste kleinste Schritt (oder Sprung) in Richtung deiner Reise? Welche inneren Barrieren stellen sich dir in den Weg? Und wie kannst Du sie überwinden? Bemerke, dass Du nicht wissen musst wie du zu deinem Richtstern gelangst. Du kannst dich auf deine Erfahrung verlassen. Kommst Du ihm näher? Oder entfernst Du dich? Sei achtsam bei dei deiner Reise und setze dir kleine Zwischenziele!

Mach dich auf den Weg!

Es ist ok traurig zu sein. Es ist auch ok depressiv zu sein. Diese Gefühle können dich nicht davon abhalten sich auf den Weg zu machen. Diese Gefühle können dir sogar helfen deinen Weg zu finden.

Was möchtest Du wichtig nehmen im Leben? Und was ist dein nächster Schritt auf dieser Reise? Hinterlasse mir eine Nachricht in den Kommentaren.

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