5 Anzeichen, dass Du Meditation missverstehst

5 Anzeichen, dass Du Meditation komplett missverstehst

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Es gibt viele Zeichen, dass Du etwas an Meditation missverstehst. Ich sehe das häufig am Anfang des Weges der Achtsamkeit und bemerke, wie sich Menschen damit in eine Sackgasse manövrieren. Die eigentlich hilfreiche Meditation wird damit leblos und geht in die falsche Richtung. Sie wird missbraucht und verliert ihre Wirkung. In diesem Artikel lernst Du einige der Fehler kennen, die mir häufig begegnen.

5 Anzeichen, dass Du Meditation missverstehst

Den Kopf verdreht?!

Auch ich habe vor ein paar Jahren angefangen zu meditieren, in Ruhe zu sitzen. Ich nutze Meditation mit meinen Klienten und habe damit großartige Erfolge. Viele Menschen erleben ein neuartiges Lebensgefühl. Ein Gefühl von Freiheit und Ruhe. Ich genieße dieses Gefühl der Klarheit und Gelassenheit auch sehr. Und gleichzeitig merke ich, wie mein Verstand versucht diese Meditation auszunutzen.

„Du fühlst Dich schlecht? Dann meditier eine Runde“

sagt mir mein Verstand! Als wenn Meditation, dazu da wäre einen Zustand herzustellen. Meditation ist für mich das Gegenteil.

Meditation ist die Berührung des Nichts!

Das ist ein Widerspruch. Und genau das ist Meditation für mich. Ein Paradoxon. Etwas, dass sich unserem Verstand entzieht. Deswegen kann man viel darüber sagen, man wird aber nie auf den eigentlichen Punkt kommen. Wenn Du aber mit falschen Ideen über Meditation an deine Übungen herangehst wird diese Praxis dir nicht sonderlich viel helfen!

Du musst Dich von einigen Ideen lösen, damit die Meditation für Dich hilfreich sein kann!

Hier sind 5 Anzeichen, dass Du Meditation missverstehst:

  • Du nutzt Meditation, um etwas zu erreichen! Du möchtest einen Zustand erreichen. Ruhe und Gelassenheit finden. Meditation ist nicht dazu da irgendetwas zu erreichen. Ich sage immer so schön:

Ruhe und Gelassenheit sind Abfallprodukte der Meditation

Das heißt bei der Meditation geht es darum offen und präsent zu sein für alles, was da ist und davon immer wieder loszulassen. Dabei entsteht Ruhe und Gelassenheit. Es ist aber nicht das Ziel. Es ist wie bei den Pflanzen. Sie wachsen mit Hilfe des Sonnenlichtes. Dabei entsteht Sauerstoff. Das Ziel ist das Wachstum. Nicht der Sauerstoff.

  • Du stellst dich über andere Menschen, weil Du ja sooo achtsam bist. Das ist meine Lieblingsbeobachtung von „achtsamen“ Menschen. Sie erheben ihre Meditation und Ruhe über die anderen Menschen und vergleichen sich mit anderen, die so „gehetzt“ durchs Leben gehen. Es entsteht so ein Gefühl von Überlegenheit und Gruppengefühl. Meditation ist das Gegenteil. Es ist ein Gefühl der gemeinsamen menschlichen Komponente. Das Gefühl von: „Wir sind alle im selben Boot“. Wir teilen alle das gleiche menschliche Schicksal.
  • Du erwartest von anderen eine achtsame Lebensweise. Du erwartest, dass andere Menschen so werden wie Du? Das ist ein komplettes Missverständnis. Nur weil es für Dich gut ist, heißt das nicht, dass Du Deine Umgebung missionieren musst. Lass den Käse. Er entspringt der Idee: „Wenn die anderen nur so wären, wie ich sie mir wünsche, dann wäre mein Leben viel angenehmer.“ Das ist einer meiner Lieblingsgedanken, die mich immer wieder besuchen kommen. Leider führt er nur zu Ärger und Wut… Warum bloß?!
  • Du erhoffst von Meditation entspannter zu werden. Das ist letztlich eines der Hauptziele von Menschen, die mit Meditation beginnen. Die Idee ist gut und richtig, aber auf Deinem Weg der Meditation sollte Dir klar werden, dass es eben so nicht funktionieren kann. Du gehst damit in die Falle Deines eigenen Verstandes, von dem Du gerade versuchst loszukommen. Richtig ist, dass Du entspannter wirst auf dem Weg der Meditation. Das entspringt dem Fakt, dass Körper und Geist eine Einheit sind. Zumindest, wenn man holistische Theorien vertritt. Wenn Du lernst von Deinen Gedanken loszulassen wirst Du auch von Deinem Körper loslassen, von Deinen Muskeln. Deine Gedanken sind weniger angespannt und Dein Körper ebenso. Aber das ist eher ein langfristiger Effekt.
  • Du glaubst, wenn Du Dich jeden Tag ganz hart für mindestens 20 Minuten hinsetzt wirst Du Dich im meditieren weiter entwickeln. Das Gegenteil ist der Fall. Meditation hat auch viel mit Liebe und Fürsorge zu Dir selbst zu tun. Richtig ist, dass Meditation tägliche Praxis erfordert. Aber dafür musst Du nicht Dich und Deinen Körper geißeln. Deshalb verlieren eben viele die Motivation sich hinzusetzen. Nutze kleine Momente und meditiere soviel wie es Dir gerade möglich ist. Oder gehe auf ein Retreat und sammle dort Deine Energie!

Es gibt einige Zeichen, dass Du Meditation missverstehst und Deinen Weg der Achtsamkeit behinderst. Sei sorgsam mit Dir und nimm Dich und Deine Praxis immer leicht und entspannt. Dann wird auch der Weg der Meditation leichter und klarer.

Welche Missverständnisse sind Dir bei der Meditation begegnet? Bist Du auch schon mal (Wie ich) auf deinen Verstand hereingefallen? Was hat Dir den Weg in die Meditation bereitet?

Hinterlasse mir eine Nachricht in den Kommentaren.

P.S. An dieser Stelle sei erwähnt, dass ich Meditation nicht zu spirituellen Zwecken nutze. Ich kann also zu diesem Thema ganz wenig sagen und tue es deswegen auch nicht. Für viele Menschen ist die Meditation ihr Weg zu einer Art „Erwachen“ oder „Erleuchtung“. Das ist aber nicht mein Weg.

 

Kommentare 9

  1. Hallo,
    wenn Meditation dass ist, was Du in dem Artikel beschreibst dann erlebe ich diesen Zustand meist bei meinen Handarbeiten. Es ist schön, dass ich auch so das Nichts berühren kann und nicht unbedingt meditieren muss.
    LG Kristin

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      Jaaa. Ganz genau. Meditation kann meiner Meinung nach in vielen Situationen entstehen. Ich z.B. hatte ein ähnliches Erlebnis als ich mit einem Fahrrad stundenlang einen Berg hochgefahren bin. Irgendwann war da nichts mehr außer mir und der Atem. Die Umwelt tritt zurück und ich, die Welt und das Fahrrad werden eins… Interessante Beobachtung! Danke dafür 🙂

  2. Oje. Im ersten und letzten Punkt erkenne ich mich zu gut wieder. Dadurch, dass man in Stresssituationen mit dem Thema Meditation konfrontiert wird („Mir hilft das ganz super, wenn ich abschalten muss!“), hat sich bei mir sehr schnell diese Erwartungshaltung vollkommener Entspannung durch Meditation aufgebaut. Und was beim ersten Mal nicht funktioniert, muss ich wohl falsch gemacht haben – sagt der irrationale Teil in mir. Tja. Daher war Meditation in meinen Augen bisher mehr Strafe als ein gutes Gefühl. Allerdings habe ich vor allem in den vergangenen Monaten immer mehr Neugierde verspürt, was den Wunsch geweckt hat, die Meditation einmal richtig in Angriff zu nehmen. Vielleicht wäre ein Meditationskreis mit erfahrenen Mitgliedern ein guter Anfang 🙂

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      Liebe Tatjana,

      Vielen Dank für deinen schönen Kommentar. Auf jeden Fall. Das gemeinsame Sitzen ist sehr hilfreich um Erfahrungen auszutauschen und sich immer wieder hinzusetzen. Und das gemeinsame Sitzen verbindet auch. Ich kann es nur empfehlen.

      Alles Gute Dir 🙂
      Sandro

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