Achtsamkeit

Achtsamkeit: Wie Du den Autopiloten ausschaltest!

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Achtsamkeit ist ein Schlüssel zu mehr Lebensqualität. Wer achtsam mit sich ist hat weniger Stress und fühlt sich gelassener in unserer so hektischen Zeit. Jedoch fällt es vielen Menschen schwer diese Fertigkeit in ihren Alltag zu integrieren. In diesem Artikel erfährst Du warum Achtsamkeit so wichtig für dein Leben ist und wie du sofort damit anfangen kannst.

Achtsamkeit

Achtsamkeit

Der Autopilot im Alltag

Kennst Du das auch? Du fährst mit dem Auto oder dem Fahrrad eine ganz alltägliche Strecke und plötzlich merkst Du, dass du dich gar nicht mehr an die letzten Minuten erinnern kannst? Das ist ein untrügliches Zeichen, dass dein Autopilot eingeschaltet ist. Wenn das nur auf dem Nachhauseweg passiert ist das sicherlich ohne weitere Konsequenzen.

Der Autopilot in unseren wichtigsten Beziehungen

Wir tendieren allerdings auch den Menschen, die uns am liebsten sind nur halb zuzuhören. Mir geht das oft so und ich merke dann, dass ich gar nicht für meine Freundin oder meine Tochter da bin, sondern nur mit halben Ohr.

Achtsamkeit im Alltag

Und dann kommt die typische Frage: „Hast du mir nicht zugehört?!“ Wieder so eine Zeichen, dass der Autopilot eingeschaltet war. Und tatsächlich benötigen wir für viele Dinge in unserem Leben nicht die volle Aufmerksamkeit (z.B. Autofahren und Radio hören). Das zieht sich früher oder später durch den ganzen Alltag. Wenn ich zu Hause ankommen lese ich meist nebenbei Artikel im Internet während ich mich auch mit meiner Tochter beschäftige.

Hilft mir das eine liebevoller, fürsorglicher Partner und Vater zu sein? Nein. Das ist nicht hilfreich. Und wie wollen wir spüren und merken, dass etwas wichtiges in unserem Partner vorgeht? Auch das ist im Autopilot nicht möglich.

Achtsamkeit ist eine wichtige Fertigkeit im 21. Jahrhundert, denn wir leben in einer Welt, in der viele Reize nach unsere Aufmerksamkeit schreien.

Achtsamkeit kann dir helfen mehr Kontakt mit dir und deiner Außenwelt zu halten und mehr von dem mitzubekommen, was die Menschen um dich herum bewegt!

  • Achtsamkeit verringert die Anspannung: Durch die Beobachtung z.B. der Atmung entspannen sich deine Muskeln, Du zerrst nicht mehr an dir und deinen Gedanken
  • Achtsamkeit verringert Stress: Der Geist ist in unserer Zeit ständig damit beschäftigt Probleme zu lösen. (Manchmal auch welche, die gerade gar nicht da sind). Wenn du achtsam bist kannst du deinem Geist helfen sich von dieser ständigen Problemlösung abzuwenden.
  • Achtsamkeit beruhigt den Geist: Wer seinen Geist mit der Beobachtung von Gedanken beschäftigt wird schnell bemerken, welch beruhigende Wirkung dies auf Körper und Geist hat.
  • Achtsamkeit hilft bei Angst und Depression: Achtsamkeit hilft sogar, wenn es einem richtig schlecht geht, wie dieser Artikel zeigt

Aber Achtung: Wer Achtsamkeit betreibt, um eine der oben genannten Wirkungen zu erzielen wird das Gegenteil erreichen. Achtsamkeit ist etwas, was sich dem Willen und der Problemlösung entzieht. Es sollte um seiner selbst Willen betrieben werden.

Und wie mach ich das mit der Achtsamkeit?

Hier möchte ich dir ein paar kurze Übungen vorschlagen wie du mehr Achtsamkeit in deinen Alltag integrieren kannst. Wichtig ist:

Achtsamkeit ist wie ein Muskel

Er muss trainiert werden und am Anfang fühlt es sich komisch und ungewohnt an. (Muskelkater gibt es zum Glück aber bei der Achtsamkeit nicht)

Achtsamkeit zum einsteigen:

  1. Kleine Inseln der Achtsamkeit in den Alltag einbauenWir können im Alltag ganz kleine Momente einbauen, bei denen wir uns fest vornehmen sie ganz bewusst zu erleben. Ich mache das gerne beim Essen. Ganz bewusst und langsam kauen. Die Zunge beobachten.
  2. Eine kleine Atemübung (6 bewusste Atemzüge)Setz dich einen Moment auf einen Stuhl. Leg deine Hände auf die Oberschenkel und nimm Kontakt mit der Sitzlehne und dem Boden unter deinen Füßen Kontakt auf. Schließe die Augen und nimm dann ganz bewusst 6 tiefe Atemzüge. Atme so, dass sich dein Brustkorb hebt und jemand, der neben dir sitzt deine Atmung hören kann. Spüre, wie mit jeder Ausatmung deine Muskulatur weicher wird. Öffne nun wieder deine Augen und spüre noch einen Moment deinen Körper und deine Atmung nach. Ich mache diese Übung wenn ich merke, dass ich beschleunigt und angespannt bin. Gerne auch zusammen mit Patienten.
  3. Bewusst den Ort erfahrenWie wäre es sich mehrmals am Tag einen kleinen Wecker zu stellen und immer dann alles um sich herum wahrzunehmen. Also: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken. Was fällt dir gerade in deiner Umgebung auf? Schaue dir auch Details an, die dir sonst nicht so ins Auge stechen würden. Versuche einen „neugierigen“ Blick auf deine Umgebung zu werfen.
  4. Beim gehen die Füße spürenViele finden es auch spannend und achtsamkeitsfördernd beim Gehen auf die Füße zu achten.
  5. Mt geschlossenen Augen gehen!Eine meiner Lieblingsachtsamkeitsübungen. Dafür brauchst du ein wenig Platz. Am besten macht sich eine große Rasenfläche finde ich, da man auch gleich noch die Schuhe ausziehen kann. Passe auf, dass es keine Gedahren gibt (Löcher, Tiere, Abgründe). Schließe nun deine Augen und gehe vorwärts. Bemerke dabei wie sofort deine Warnsystem aktiviert wird und was sich verändert wenn du trotzdem weitergehst. Ein außergewöhnliches Erlebnis!
  6. Eine Meditationspraxis erlernen Für alle die nicht genug von Achtsamkeit bekommen, können eine Meditationspraxis erlernen und ihren Alltag integrieren. Ich versuche derzeit nach dem Aufstehen 10-15 Minuten zu meditieren und ein Tagebuch zu schreiben. Das hilft mir in den Tag zu starten und ich habe mir in meinem stressigen Alltag Zeit genommen einfach nur da zu sein und nichts zu wollen. Was für ein Reichtum! Ich kann auch die Achtsamkeitsapp (Apple/Android) empfehlen. Hier stelle ich mir Erinnerungen für achtsame Momente eine und es gibt einige interessante Meditationen.

Die Folgen von Achtsamkeit

Wer Achtsamkeit in seinen Alltag integriert kann nach einigen Wochen eine gewisse Beruhigung der Gedanken erleben. Ich bin mit Sicherheit kein Meister der Achtsamkeiten, aber ich tue das Gleiche was die Erfahrendsten unter ihnen tun:

Üben!

Frage: Woher kennst du den Autopiloten? Und welche Achtsamkeitsübungen nutzt Du? Schreib mir einen Kommentar.

 

Kommentare 3

  1. …Haha, mit geschlossenen Augen gehen. Das kenne ich noch aus der Kindheit und mache das tatsächlich noch heute. Selten zwar, aber es kommt durchaus vor. Ich mache das eigentlich nicht in dem Bewusstsein, meine Achtsamkeit zu trainieren oder so. Eigentlich nur, weil es Spaß macht, gewissermaßen die Kontrolle aufzugeben und sich für einen (wenn auch nur) kurzen Moment auf seine anderen Sinne zu verlassen (insbesondere auf das Gehör und vor Allem auf das Gleichgewicht). Es ist halt spannend und entspannend gleichermaßen. Und ganz ohne Hintergedanken – also nicht als Übung oder dergleichen. Einfach nur so. Weil’s geht. ;-D

    Hier noch meine Antwort auf deine Frage, was für Übungen man außerdem machen kann:

    In einem anderen Kontext vernahm ich einst den Ratschlag, gerade bei immer wiederkehrenden und gewohnten Fahrtwegen von oder zur Arbeit/Uni/etc. einfach mal Variationen der Fahrtstrecke zu probieren. Muss ich unbedingt mit der U-Bahn fahren, fährt nicht auch ein Bus zu meinem Ziel? Kann ich mit meinem Rad nicht auch statt links rum einfach rechts rum fahren? Und warum steige ich nicht einmal eine Station früher aus und gehe den Rest zu Fuß?
    Oder schlichterweise kann man die Armbanduhr mal an das andere (nicht gewohnte) Handgelenk anlegen, die Schlüssel in die andere Hosentasche oder gleich in die Jacke stecken, ebenso das Portemonaie usw.
    Kurzum: Mit Gewohnheiten brechen, um sich seiner Handlungen bewusster zu werden.

    Ich denke, auch das führt zu einer gesteigerten und weniger von Automatismen gesteuerten Wahrnehmung seiner Tätigkeiten.

    Oder wie wäre es damit: Lass doch mal dein Handy eine oder gar zwei Tage zu Hause.

    Ähnliches Szenario erst kürzlich selbst erlebt: Ich höre auf dem Weg zur Arbeit in der Regel viel Musik, schließe dabei die Augen (nein, ich fahre nicht selbst, ich nutze öffentliche Verkehrsmittel) und schalte einfach ab. Dabei vergeht die Zeit wie im Fluge und da läuft eindeutig der Autopilot.
    Neulich habe ich einfach mal keine Musik gehört. Plötzlich war ich nicht mehr mit mir allein und schaute viel aufmerksamer in die Welt.
    Gelegentlich ist das eine willkommene Erfahrung, die Abwechslung in den Alltag bringen kann.

    Wenngleich das auch nur Banalitäten sind, sie können meines Erachtens helfen, seine Umwelt und im Umkehrschluss auch sich selbst mehr wahrzunehmen und einfach mehr zu spüren.

    ABER:
    Für mich gibt es trotzdem Momente, in denen mir der Autopilot gar sehr helfen kann. Bei der Arbeit z.B. (ich bin Software- und Webentwickler) kann ich regelrecht in einen “Flow” geraten, eine spürbare Produktivitätssteigerung ist die Folge. Meine Kollegen und ich machen das mitunter sehr bewusst. Wir kapseln und von der “Welt” (also den anderen Kollegen) ab und setzen uns unsere Kopfhörer auf (jeder für sich, versteht sich).
    Dann (ähnlich wie bei meinem Weg mit den Öffentlichen zur Arbeit, auf dem ich viel Musik höre, hier aber lustigerweise mit einem absolut umgekehrten Effekt, nämlich der sehr bewussten Wahrnehmung der aktuellen Tätigkeit) hört jeder für sich seine eigene Musik.
    Wir haben übrigens auch einen Namen dafür. Manchmal kündigen wir das den anderen Kollegen nämlich an, damit weitere Störungen möglichst vermieden werden können. Dann sagen wir immer: “Ich geh jetzt in den Tunnel.” 🙂

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